Chromasens und Lakesight: Gemeinsam zu mehr Erfolg

Freitag, 17. November 2017

Die Chromasens GmbH hat sich im Mai 2017 der Lakesight Gruppe angeschlossen. Das Fachmagazin INSPECT sprach mit Chromasens CEO Markus Schnitzlein über die Gründe dafür und welche  Synergieeffekte innerhalb der Unternehmensgruppe Lakesight angepeilt werden. Lesen Sie Auszüge aus dem Interview.

Herr Schnitzlein, Sie haben Chromasens zusammen mit Ihrem Partner Martin Hund im Jahr 2004 als Spezialist für Zeilenkameras gegründet und seitdem erfolgreich weiterentwickelt. Was waren nach dieser erfolgreichen Zeit die Motive, sich nun der Lakesight Gruppe anzuschließen?

Markus Schnitzlein: Mit den weiteren Lakesight Mitgliedern Mikrotron und Tattile können wir uns im Produktvertrieb perfekt ergänzen. Wir haben mit beiden Firmen keine überlappenden Produkte, sondern profitieren hier voll von den Synergieeffekten zwischen den Unternehmen. Die technologischen Grundlagen, die wir im Bereich der 3D Messtechnik und Farbmesstechnik gelegt haben, lassen sich nun auch in den Bereich der hochauflösenden, schnellen Flächenkameras tragen wie sie Mikrotron anbietet. Tattile deckt sehr erfolgreich den Bereich Vision Controller und Embedded Smart Kameras ab. Bei Zeilenkameras geht der Trend genauso hin zu mehr Intelligenz in der Kamera. Praktisch keinen Overlap in der Produktreihe und mit einer vergleichbaren technologischen Basis – das allein macht diese beiden Unternehmen zum idealen Match für Chromasens. Hinzu kommt die derzeitige geographische Ausrichtung: Mikrotron ist in den USA sehr gut aufgestellt, während wir mit Chromasens in Asien sehr gut positioniert sind.

Welche konkreten Synergie-Effekte erwartet sich Chromasens durch Lakesight, insbesondere aus der Kooperation mit Tattile und Mikrotron?

Markus Schnitzlein: Wie schon erwähnt, ist das zum einen die geographische Vernetzung. Dort, wo das eine Lakesight-Unternehmen gut etabliert  ist, stellt es die Produkte der anderen vor. Weil hier die Stärken der drei Unternehmen derzeit unterschiedlich verteilt sind, setzt das enormes Synergiepotenzial frei. Darüber hinaus bekommen wir durch Tattile und Mikrotron Zugang zu Bereichen, in denen Zeilenkameras zwar sehr gut geeignet sind, aber wir – als Chromasens – bislang keinen leichten Marktzugang haben. Und drittens lassen sich unsere spektralen und 3D-Messtechnikverfahren, sowie unsere Kompetenz im Bereich der Beleuchtung in gleicher Weise auch auf flächenhafte Sensoren übertragen. Davon profitieren nun unsere Kollegen bei Mikrotron und Tattile. Umgekehrt ist das Thema mehr Bildverarbeitung in die Kamera zu verlegen auch für Zeilenkameras ein ganz wichtiger Punkt. Hier kommt wiederum die Smart Kamera-Kompetenz von Tattile ins Spiel, die uns hilft, verstärkt Bildverarbeitung in unsere Zeilenkameras zu integrieren.

Bedeutet dies, dass die F&E-Bereiche der drei Unternehmen verschmolzen werden?

Markus Schnitzlein: Sie werden nicht verschmolzen. Es ist erklärtes Ziel der Lakesight Gruppe, dass die einzelnen Unternehmen unabhängig bleiben. Auch die einzelnen Marken werden weiterhin eigenständig bleiben. Aber wir arbeiten bereits jetzt sehr intensiv zusammen. Gerade die F&E-Bereiche werden zukünftig noch enger verzahnt. Weitere Synergieeffekte - wie etwa den gemeinsamen Einkauf - gehen wir selbstverständlich ebenso an.

Wenn die einzelnen Unternehmensmarken bestehen bleiben, wie verhält es sich dann mit Lakesight. Bleibt die Holding im Hintergrund?

Markus Schnitzlein: Ziel ist es tatsächlich, Lakesight als Dachmarke der Holding stärker bekannt zu machen, ohne selbstverständlich die einzelnen Unternehmensmarken zu vernachlässigen. Von Lakesight wird es auf absehbare Zeit aber keine eigenen Produkte geben. 

Gemeinsam mit Ihrem Co-Geschäftsführer Martin Hund sitzen Sie nun auch im "Board" von Lakesight: Wie sieht die mittel- bis langfristige Strategie hinter dem Lakesight Projekt aus?

Markus Schnitzlein: Lakesight ist eine Buy-and-Built Gruppe. Das klare Ziel besteht darin, eine Unternehmensgruppe zu formen, die sich synergetisch ergänzt und in einem Umsatzbereich von 70-100 Millionen Euro liegen soll, um im Markt dauerhaft wahrgenommen zu werden. Weitere mögliche Zukäufe müssen aber in derselben strategischen Linie liegen wie bisher und dementsprechend strategische Vorteile bieten. Solche potenziellen Kandidaten zu finden ist nicht ganz einfach.

Welche weiteren Produktneuheiten sind von Chromasens kurzfristig zu erwarten?

Markus Schnitzlein: Lassen Sie mich dazu zwei Themenfelder hervorheben. Zum einen ist seit September unsere brandneue  CMOS Zeilenkamera allPIXA wave mit 15.000 Bildpunkten und vier Zeilen in Serienproduktion und wird bis Jahresende in höheren Stückzahlen erhältlich sein. Chromasens taucht damit erstmals über die CCD-Technologie hinaus in die CMOS-Welt ein. Mit der neuen Kamera können wir die Zeilenlängen signifikant vergrößern. Die Sensoren ermöglichen eine außergewöhnlich hohe Datenrate, die wir in Zukunft mit den Schnittstellen CoaXPress und Dual 10 GigE erschließen werden.

Darüber hinaus wird Chromasens in den kommenden Jahren signifikant in Grundlagenforschung investieren, um sensorische Themen voranzubringen und die spektrale und 3D Messtechnik auf eine neue Ebene zu heben.

Chromasens dankt der INSPECT für die Veröffentlichung des Interviews – http://www.inspect-online.de